Sondre Lerche: Songjuwelen vom Pop-Wunderkind

von dpa, dpa-infocom, letzte Änderung: 15.09.2011

In den USA und Großbritannien hat sich sein Talent schon länger herumgesprochen, dort wird er als «Norwegian Wunderkind» («Popmatters») gefeiert. Der «Rolling Stone» wählte sein Debüt «Faces Down» zu den besten Platten des Jahres 2002.

Sondre Lerche: Songjuwelen vom Pop-Wunderkind

Sondre Lerche hat Juwelen im Gepäck.

Jetzt legt der immer noch junge Künstler mit dem schönen Namen Sondre Lerche eine selbstbetitelte Platte vor, die den Glanzstart voll bestätigt. «Sondre Lerche» (Tellé/Soulfood) ist bereits das sechste Studioalbum des gerade mal 29-jährigen Sängers und Multi-Instrumentalisten mit dem netten Jungsgesicht. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen: Lerche ist ein virtuoser Songwriter, ein ausgefuchster Klangtüftler und ein profunder Kenner der Pop-Historie, der sich nur an den größten Vorbilder aus Folk, Rock, Pop und Jazz ausrichtet.

So orientierte er sich für sein Bigband-Album «Duper Sessions» (2006) an Chet Baker oder Cole Porter und coverte die prachtvolle Ballade «Nightingales» von Prefab Sprout. Auch Elvis Costellos Songwriting-Kunst, die üppigen Arrangements eines Burt Bacharach oder die Schwerelosigkeit der brasilianischen Popmusik fanden sich in seinen Songs.

Auf dem neuen Album, dessen einziges Manko das verunglückte Cover-Foto ist, finden diese verschiedenen Fäden nun erneut wunderbar zueinander. Wieder fasziniert Sondre Lerches feines Gespür für leicht verschrobene und doch zugängliche Melodien. Ebenso erstaunt die Stilsicherheit, mit der dieser inzwischen in Brooklyn lebende Norweger seine Songs zusammen mit skandinavischen und amerikanischen Musikern im Studio umgesetzt hat.

So ist es wohl diese etwas leichtgewichtige Stimme, die gegen den ganz großen Durchbruch spricht. Ein beeindruckender Sänger, der den ambitionierten Songs immer seinen Stempel aufdrückt, ist Sondre Lerche nicht. Andererseits macht ein kleiner Wackler im Falsett oder eine windschiefe Phrasierung auch gerade den immensen Charme dieses Künstlers aus. Erst recht auf der Bühne, wo der Indiepop-Crooner ganz in seinem Element sein soll.

Konzerte von Sondre Lerche im Oktober: 3.10. Zürich, 9.10. Hamburg, 10.10. Berlin, 12.10. Köln.

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