Philippe Starck: Das beste Design der Welt ist: Der Mensch

Im ersten Teil der Kolumne diskutiert der zukunftsweisende Designer Philippe Starck, warum es kein gutes Design mehr gibt, Religion die Wurzel allen Übels ist und was ihn dennoch antreibt, weiter Dinge zu entwerfen

Eine der vielgestellten Fragen, die mich oft erreicht, ist folgende: Was ist das beste Design-Objekt der Welt. Ganz einfach. Wir sind es. Der Mensch. Die Menschheit ist die einzige Spezies, die Kontrolle über Geschwindigkeit und Qualität der Evolution übernommen hat. Wir sind erstaunlich. Von all den Tierarten, sind wir die einzige, die sagte: Warum richten wir uns nicht auf und entwickeln uns selbst weiter. Wir sind so intelligent auf so unterschiedliche Art und Weise. Es gibt keinen Rohstoff, kein Produkt, das unserem Intelligenzniveau und der uns innewohnenden Designperfektion auch nur nahe kommen würde.

Glaube ist die Negation unserer Intelligenz

Ironischerweise sind wir auch für die schlechteste Idee der Welt verantwortlich. Etwas, das den wissenschaftlichen Fortschritt dauerhaft behindert. Ich rede über Religion. Millionen Menschen leiden und sterben heute, weil manche Menschen Religion dazu benutzen, andere zu kontrollieren. Es ist grauenhaft. Der Glaube ist die Negation unserer Intelligenz. Du bist ein dummer Feigling, wenn du sagst: ?Uff, nicht ich bin es, sondern Gott!? Das bewahrt vor jeglicher Eigenverantwortung.

Gutes Design existiert nicht mehr

Unsere Welt erlebt eine Explosion neuer Herausforderungen, entscheidender Herausforderungen. Design kann ein wenig dabei helfen, aber natürlich keine Leben retten. Aus diesem Grund existiert gutes Design für mich nicht mehr. Tatsächlich, war Design für einige Jahrzehnte eher nutzlos. Vor 20 Jahren war es vielleicht noch amüsant, die Zeit damit zu verschwenden, über die Schönheit einer Lampe zu reden. Heute ist es obszön.</p>

Gutes Design hieß Vision

Es gab eine Zeit, in der man sagen konnte, dass gutes Design ein Konzept oder Ideen hervorgebracht hat, die einem selbst oder dem eigenen Stamm dabei halfen, ein besseres Leben zu führen. Gutes Design hieß Vision, Kreativität, wahre Modernität, Respekt, Intelligenz, Qualität und Humor. Voila! Heute sehen wir wirklich sehr talentierte, intelligente Designer, die ihre Fähigkeiten dazu nutzen, nutzlose Produkte zu kreieren, die eben nicht dazu hergestellt wurden, Menschen zu helfen. Sie wurden hergestellt, um Geld aus den Taschen der ?Zielgruppe? hinein in die Taschen der Firmen zu transferieren. Das ist ein wahrhaft zynischer Weg zu arbeiten, voller Gier und Respektlosigkeit. Wir müssen uns darauf besinnen, Dinge zu designen, die ökologischer und sozialer sind. Und ja, wir müssen weniger produzieren!

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