Jackos Assistent - Panischer Anruf von Leibarzt Murray
Am zweiten Tag des Prozesses gegen Michael Jacksons (? 50) Leibarzt hat der persönliche Assistent des Superstars ausgesagt, er habe in der Nacht als Jackson verstarb einen Anruf des Hauptangeklagten Conrad Murray erhalten.
Der Assistent Michael Amir Williams sagte am Mittwoch vor Gericht in Los Angeles aus, er habe auf seiner Mailbox eine panische Nachricht von Jacksons Leibarzt erhalten: ?Ruf mich sofort an.? Er sei von Murray jedoch nicht aufgefordert worden, den Notarzt zu rufen. Der Arzt habe ihm lediglich mitgeteilt, dass es Jackson schlechtgehe.
Daraufhin habe Williams einen Mann vom Sicherheitsdienst zum Schlafzimmer des angemieteten Hauses bestellt, in dem Murray Jackson mit dem Betäubungsmittel Propofol behandelte, das Jackson regelmäßig als Einschlafhilfe genutzt haben soll.
Der Anwalt des angeklagten Arztes argumentiert, dass sich Jackson die tödliche Überdosis selbstverabreichte, während Murray gar nicht im Raum gewesen sei.
Bereits vor Williams sagte der Konzertveranstalter der damals geplanten Comeback-Tour aus.
Der leitende Angestellte der Konzertagentur ?AEG Live?, Paul Gongaware, erklärte, Jackson sei bei einer der letzten Konzertproben zwei Tage vor seinem Tod bei bester Gesundheit gewesen und habe tatkräftig gewirkt. Mit der Vorladung Gongawares wollte die Anklagevertretung offenbar aufzeigen, wie intensiv sich Jackson und sein damaliger Arzt Conrad Murray vor Jacksons Tod am 25. Juni 2009 auf die Konzerttour vorbereiteten. Gongaware sagte aber auch, dass Jackson mehrere Proben verpasst habe.
Gongaware gab an, dass Jackson ausdrücklich nach Murray für die geplante Comeback-Tour ?This is it? gefragt habe.
Der Mediziner habe zunächst einen mit fünf Millionen Dollar dotierten Jahresvertrag gefordert, das sei aber abgelehnt worden. Schließlich habe er Murray ein Monatsgehalt von 150 000 Dollar angeboten, sagte Gongaware, der Co-Chef der Eventfirma ?AEG Live? ist.
Murray hat kurz vor Jackos Tod eine Herzkreislaufmaschine bestellt
Eine Mitarbeiterin der Konzertagentur, Kathy Jorrie, sagte zudem aus, Murray habe Tage vor dem Tod des Sängers noch um die Bereitstellung einer Herzkreislaufmaschine in der Konzerthalle in London gebeten.
?Dr. Murray sagte mir Michael Jackson sei bei bester Gesundheit, in sehr guter Verfassung?, fügte Jorrie hinzu. Sie beschrieb dem Gericht, wie der Vertrag zwischen Michael Jackson und Dr. Murray zusammengestellt war. Laut Jorrie hatte Murray eine lange Liste mit Forderungen, wie z. B. das Monatsgehalt von 150 000 US-Dollar, welches er auch während der Proben-Pausen zu Jackos Welttournee ?This Is It? einforderte. Allerdings sei der Vertrag nie zustande gekommen. Von ?AEG? habe Murray nie Gehalt bezogen.
Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich erneut Fans des verstorbenen ?King of Pop?.
Auch Mitglieder des Jackson-Clans, darunter Mutter Katherine, erschienen wieder zum Prozess, ohne einen Kommentar abzugeben. Mit Spannung erwartet wurde am Mittwoch die Aussage des persönlichen Assistenten Jacksons, der kurz nach dem Tod des Musikers am 25. Juni 2009 in dessen Zimmer gekommen war.
Der Prozess gegen Murray hatte am Dienstag mit den Eröffnungsplädoyers von Anklage und Verteidigung begonnen.
Dem Arzt wird vorgeworfen, Jackson eine Überdosis des Betäubungsmittels Propofol gegeben und ihn dann vernachlässigt zu haben. Murrays Anwälte argumentieren, der unter Schlafstörungen leidende Sänger habe sich selbst einen tödlichen Cocktail aus Propofol und dem Beruhigungsmittel Lorazepam verabreicht. Das Verfahren ist auf fünf Wochen angesetzt.
Murray ist des Totschlags ohne Vorsatz angeklagt. Sollte er schuldig gesprochen werden, drohen dem Arzt eine vierjährige Haftstrafe und der Entzug seiner Lizenz.
Protokoll des 1. Tages 10.45 Uhr (Ortszeit Los Angeles): Staatsanwalt David Walgren legt der Jury das letzte Foto von Michael Jackson als Beweis vor. Es zeigt den leblosen Körper des Sängers auf einer Krankenbahre. Außerdem spielt er der Jury als Beweis für Jacksons schlechten Gesundheitszustand eine Audioaufnahme vom 10. Mai 2009 vor. Das Protokoll des 1. Tages 11.20 Uhr: Staatsanwalt David Walgren beschreibt Michael Jackson als einen unter Medikamenten stehenden, sich kaum auf den Beinen haltenden Menschen, als er mit seinem Leibarzt sprach ? wie auch die Audioaufnahme beweise. Das Protokoll des 1. Tages 11.27 Uhr: Murrays Verteidiger Ed Chernoff behauptet, Jackson habe bereits am Morgen ein große Menge Lorazepam, ein angsthemmendes und schlafherbeiführendes Arzneimittel, zu sich genommen. Diese Menge hätte ausreichen müssen, um einzuschlafen. Weiterhin behauptet er, Michael habe das Propofol selbst zu sich genommen. Damit hätte er einen tödlichen Cocktail in sich gehabt, den er selbst verursachte. Das Protokoll des 1. Tages 11.50 Uhr: Verteidiger Chernoff berichtet der Jury, Jackson habe zu Murray gesagt, er könne nicht schlafen, müsse aber schlafen, damit er am nächsten Tag proben kann, um seine Fans bei der Show nicht zu enttäuschen. Das Protokoll des 1. Tages 12.00 Uhr: Das Gericht unterbricht die Verhandlung für eine Mittagspause. Das Protokoll des 1. Tages 13.24 Uhr: Der Prozess wird fortgesetzt. Das Protokoll des 1. Tages 13.53 Uhr: Murrays Anwalt Chernoff fasst seinen Standpunkt zusammen, indem er noch einmal behauptet, Michael habe sich die letzte Dosis Propofol selbst verabreicht. Sein Mandant habe anschließend tragischerweise nichts mehr für ihn tun können. Das Protokoll des 1. Tages 13.55 Uhr: Der erste Zeuge, Jacksons Freund und Choreograph Kenny Ortega wird in den Zeugenstand gerufen. Das Protokoll des 1. Tages 14.30 Uhr: Kenny Ortega sagt aus, er habe sich bereits bei den Proben zu Jacksons Tournee ernsthaft Sorgen über den Zustand von des Sängers gemacht. Diese Besorgnis habe er in einem Brief auch den Organisatoren der Tour geschildert. Das Protokoll des 1. Tages 14.50 Uhr: Das Gericht zieht sich für eine Pause zurück. Das Protokoll des 1. Tages 15.26 Uhr: Nach Kenny Ortegas Schreiben an die Tour-Organisatoren habe ein Meeting in Michael Jacksons Villa stattgefunden. Dort seien er und Conrad Murray aneinander geraten: Murray beteuerte damals, Jackson sei absolut in der körperlichen und seelischen Verfassung, die Tour zu machen. Ortega sei schockiert darüber gewesen, da Michael offensichtlich nicht in der Lage gewesen sei. Das Protokoll des 1. Tages 15.43 Uhr: Der zweite Zeuge, Paul Gongaware, Chef der Veranstaltungsfirma AIG Live Concerts West, wird in den Zeugenstand gerufen. Er hatte bereits mit Jackson bei dessen ?Dangerous?- und ?History?-Tour zusammengearbeitet. Das Protokoll des Tages 15.50 Uhr: Gongaware sagt aus, man habe 31 Konzerte für die ?This is it?-Tournee geplant, da Michael unbedingt zehn Auftritte mehr machen wollte, als Sänger Prince (?Purple Rain?). Dieser hatte 2007 in London 21 Konzerte gegeben, die allesamt ausverkauft waren. Das Protokoll des 1. Tages 16.06 Uhr: Gongaware sagt weiter aus, Conrad Murray habe 5 Millionen US-Dollar pro Jahr für seine Dienste als Leibarzt verlangt. Gongaware habe die Forderung abgelehnt. Das Protokoll des 1. Tages 16.30 Uhr: Der 1. Verhandlungstag ist beendet. Der Prozess wird am Mittwoch um 08.45 Ortszeit fortgesetzt.