Blitzen Trapper: Zeitreise in die 70er
letzte Änderung: 29.09.2011
Ein Album wie eine Zeitreise: «American Goldwing» von Blitzen Trapper atmet den Geist der 70er Jahre, von The Allman Brothers oder Creedence Clearwater Revival.

Blitzen Trapper mit Tieren. (Bild: Sub Pop/Tyler Kohlhoff)
Da heulen und dröhnen die Gitarren wie im erdigen Southern Rock der mittleren 70er oder auch mal hardrockig («Street Fighting Sun»), ein Kneipen-Klavier klimpert im Hintergrund, ein Banjo pluckert, die Mundharmonika verbreitet Wehmut. Dazu erzählt Sänger und Band-Boss Eric Earley mit knarziger Easy-Rider-Stimme seine Landeier-Geschichten. Das Ganze kommt auch vom Sound her authentisch rüber - irgendwie leicht staubig und LoFi.
Nach «Wild Mountain Nation» (2007), «Furr» (2008) und «Destroyer Of The Void» (2010) veröffentlichen Blitzen Trapper auf Sub Pop bereits ihr viertes Album innerhalb von nur fünf Jahren. War der unmittelbare Vorgänger noch ein wagemutiger Hybrid aus Elton John-, Beatles- und Queen-Einflüssen, so wirkt «American Goldwing» um einiges bodenständiger und damit auch limitierter.
Möglicherweise ist Earley und seinen fünf Mitstreitern irgendwann klar geworden, dass sie bei allem Talent an Giganten des Genres wie My Morning Jacket, Band Of Horses oder Wilco nicht heranreichen. So ist der sympathischen Band aus Portland/Oregon diesmal «nur» eine durch und durch solide Countryrock-Platte gelungen. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.